Vom lang gehegten Traum zum lebendigen Denkmal: Die Erfolgsgeschichte des Wolbecker Karnevalsmuseums
Ein Meilenstein in der Geschichte der Karnevalsgesellschaft ZiBoMo: Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen der Gesellschaft konnte ein lang gehegter Wunsch der Karnevalisten endlich in die Realität umgesetzt werden. Die Geburtsstunde dieses ehrgeizigen Projekts schlug im Dezember 2002, als das Ehepaar Gisela und Hermann Limberg eine Stiftung zur Förderung des traditionellen Brauchtums ins Leben rief. Nur wenige Wochen später, am 30. Januar 2003, war es offiziell: In feierlicher Anwesenheit von Vertretern der ZiBoMo, des Rechtsanwalts Bruno Gerding und des Steuerberaters Theo Mathias durften die Stiftungsgründer die Anerkennungsurkunde des Regierungspräsidenten entgegennehmen.
Ein historisches Gebäude wechselt den Schlüssel
Die Weichen für das Museum wurden im Sommer 2003 endgültig gestellt. Im Rahmen einer Zusammenkunft mit einem kleinen Umtrunk überreichten Gisela und Hermann Limberg dem Vorstand der ZiBoMo symbolisch den Schlüssel für die im Jahre 1890 errichtete alte Dorfschule. Am 10. Juni 2003 besiegelten die Parteien die Vereinbarung per Miet- und Nutzungsvertrag, womit das historische Gebäude an der Neustraße der Karnevalsgesellschaft für Museumszwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die Stadt Münster erteilte kurz darauf, am 7. August 2003, die offizielle Baugenehmigung für die Umnutzung.
Planung, Handwerk und politische Rückendeckung
Umgehend nach der Genehmigung formierte sich ein engagiertes Bau- und Sanierungsgremium aus den eigenen Reihen der ZiBoMo. Diesem Ausschuss gehörten die folgenden Mitglieder an: Wilfried Bradtke, Walter Laumann, Reinhard Lübbeke, Gustel Schroer und Andreas Schwegmann. In enger Absprache und ständiger Zusammenarbeit mit dem ZiBoMo-Vorstand leitete das Gremium die Sanierung professionell in die Wege. Ganz im Sinne der lokalen Verbundenheit war der Ausschuss bestrebt, vorwiegend Wolbecker Firmen mit den Arbeiten zu betrauen. Um eine transparente und wirtschaftliche Vergabe zu garantieren, wurden je Gewerk mindestens drei Angebote eingeholt und die Aufträge nach persönlichen Gesprächen mit den Bietern vergeben. Nach der Einrüstung des Gebäudes fiel im September 2003 der Startschuss für die eigentlichen Umbauarbeiten. Das ambitionierte Vorhaben genoss von Anfang an breiten Rückhalt in der Politik. Bereits im Vorfeld wurden die Aktionen der ZiBoMo dankbar unterstützt durch: Bezirksvorsteher Markus Lewe, Ratsherr Horst Beitelhoff, Fraktionsvorsitzender Andreas Niklas und Landtagsabgeordnete Dr. Renate Düttman-Braun
Rückhalt durch den „Förderkreis ZiBoMo-Museum“
Um auch die zukünftigen laufenden Kosten des Museums verlässlich abzudecken, wurde ein Förderkreis ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung fand am 3. Mai 2003 statt, an der der „Förderkreis ZiBoMo - Museum" offiziell aus der Taufe gehoben wurde. Den ersten 35 Mitgliedern konnte als Zeichen des Dankes eine Ehrenurkunde als „Ehrenziege" bzw. „Ehrenbock" sowie eine silberne Anstecknadel mit Ziegenbockmotiv überreicht werden. Dass diese Initiative auf fruchtbaren Boden fiel, zeigt die Entwicklung der Folgejahre: Inzwischen ist der Förderkreis auf über 70 engagierte Unterstützer angewachsen.
Einsegnung und feierliche Eröffnung im Jubiläumsjahr
Der 27. Juni 2004 markierte den ersten großen Festtag, an dem die ZiBoMo die feierliche Einsegnung des Hauses zelebrierte. Domkapitular Walter Böcker segnete gemeinsam mit Marita Nover, der Vertreterin der evangelischen Gemeinde, das neue Museum ein. Dies geschah im Beisein der Stiftungsgründer Gisela und Hermann Limberg sowie des gesamten ZiBoMo-Vorstandes unter der Leitung von Präsident Gustel Schroer. Begleitend hierzu dokumentierte ein eigens erstellter Flyer die bewegte Historie der ZiBoMo und die Geschichte des alten Schulgebäudes seit dessen Errichtung im Jahr 1890. Die offizielle Freigabe für die Öffentlichkeit folgte am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2004, pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der Gesellschaft. An diesem geschichtsträchtigen Tag führten der Vorstand und die Museumsleiter über 100 begeisterte Besucher durch die Räumlichkeiten – ein denkwürdiger Moment für die gesamte Gesellschaft.
Ein Juwel für Wolbeck und eine besondere Ehre
Mit dem Karnevalsmuseum mitten im historischen Wigbold von Hexenwolbeck hat sich die Gesellschaft nicht nur selbst, sondern auch der Wolbecker Bürgerschaft und der gesamten karnevalistischen Szene in Münster und im Münsterland ein bleibendes Geschenk gemacht. Die Bedeutung des Museums wurde im Rahmen eines Jahrestreffens des Förderkreises durch eine ganz besondere Ehrung unterstrichen. Ernst-Albrecht und Dirk von Renesse, die Großneffen des legendären „Ziegenbarons“ Baron Alfred von Renesse – ein enger Freund des Vereinsgründers Dr. Hermann Peters –, überreichten der ZiBoMo diverse historische Original-Exponate. Zudem übergaben sie eine Urkunde, die die ZiBoMo exklusiv dazu berechtigt, den Ehrentitel „Dr. hipp hipp mumoris causa" an ausgewählte Förderer der Ziegenzucht und des Brauchtums zu verleihen.
Heute steht das Museum unter der Leitung von Klaus Kramer und Holger Nahrup
Ein lebendiges Denkmal im historischen Ensemble
Ebenso wie der gesamten Wolbecker ZiBoMo-Bewegung aus kleinen, feinen und originellen Anfängen heraus durch puren Idealismus fast alles gelang, so ist auch dieses Museum ein Gemeinschaftswerk von bleibendem Wert.
Dank der unermüdlichen Hilfe zahlreicher Vereinsmitglieder und einer erheblichen finanziellen Unterstützung durch die NRW-Stiftung wurde hier ein anschauliches Denkmal für das alte Hexenwolbecker Volksbrauchtum geschaffen, das das traditionelle Ziegenbockdenkmal auf dem Marktplatz perfekt ergänzt.
Für jecke Geschichtsinteressierte bietet das Haus heute tiefe Einblicke:
Erdgeschoss (Ehemaliges Klassenzimmer): Ausstellungsstücke der ZiBoMo, historische Exponate aus dem münsterischen Karneval.
Erster Stock (Ehemalige Lehrerwohnung): Kostbare Erinnerungsstücke der Wolbecker Karnevalsgesellschaft "Alte Räuber" sowie das umfangreiche historische Archiv der ZiBoMo sowie Schätze des Schützenvereins und des Heimatvereines.
Über den unschätzbaren historisch-närrischen Wert hinaus hat die Sanierung der alten Dorfschule auch das Wolbecker Ortsbild maßgeblich aufgewertet. Das liebevoll restaurierte Karnevalsmuseum fügt sich harmonisch neben der Kirche, dem im Jahre 1554 errichteten Drostenhof und den alten Ackerbürgerhäusern zu einem geschlossenen, wunderschönen historischen Ensemble zusammen.
Karnevalsmuseum der KG ZiBoMo
Neustraße 15
48167 Wolbeck
Ein Besuch des Museums sowie Führungen sind nach Absprache mit Klaus Kramer, oder Holger Nahrup möglich.
Anfragen unter:





